PraxedoBlog Aussendienst/Kundendienst DGUV V3 Prüfung im Außendienst: Sicherheit für mobile Arbeitsmittel
  • Aussendienst/Kundendienst
  • Prüfung
  • Sicherheit

DGUV V3 Prüfung im Außendienst: Sicherheit für mobile Arbeitsmittel

Sophia Gies
10. November 2020
4 Min Lesedauer
  • Die DGUV V3 Prüfung im Außendienst ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Unternehmen vor Haftungsrisiken, Bußgeldern und Versicherungsausfällen, indem elektrische Defekte frühzeitig erkannt und dokumentiert werden.
  • Im Außendienst müssen zahlreiche ortsveränderliche Betriebsmittel geprüft werden, darunter Elektrowerkzeuge, Ladegeräte, Laptops, Tablets, Verlängerungskabel sowie Ladeequipment für Elektro- oder Hybridfahrzeuge.
  • Die Prüffristen werden über eine Gefährdungsbeurteilung festgelegt, liegen im Außendienst jedoch meist zwischen drei und zwölf Monaten, da Geräte stärkeren mechanischen Belastungen und Umwelteinflüssen ausgesetzt sind.
  • Eine rechtssichere DGUV V3 Prüfung umfasst Sichtprüfung, elektrische Messungen und Funktionsprüfung, deren Ergebnisse in einem prüffähigen Protokoll für jedes Gerät dokumentiert werden müssen.
  • In diesem Artikel erfahren Sie, welche Geräte im Außendienst geprüft werden müssen und wie Sie DGUV-V3-Prüfungen effizient organisieren, ohne den laufenden Servicebetrieb zu unterbrechen.

Die DGUV V3 Prüfung im Außendienst stellt viele Betriebe vor eine logistische Herausforderung. Während stationäre Anlagen im Büro leicht zugänglich sind, befinden sich mobile Arbeitsmittel wie Elektrowerkzeuge, Messgeräte oder Laptops oft dauerhaft im Einsatz vor Ort beim Kunden oder im Servicefahrzeug. Dennoch ist die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 gesetzlich verpflichtend, um die elektrische Sicherheit Ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten und Haftungsrisiken im Schadensfall zu vermeiden.

Warum ist die DGUV V3 Prüfung im Außendienst Pflicht?

Jedes Unternehmen, das elektrische Betriebsmittel einsetzt, unterliegt der Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften. Die DGUV V3 Prüfung dient dazu, Mängel an elektrischen Geräten frühzeitig zu erkennen, bevor es zu Unfällen oder Bränden kommt.

  • Rechtssicherheit: Schutz vor Bußgeldern und Regressansprüchen.
  • Versicherungsschutz: Im Schadensfall verlangen Versicherer lückenlose Prüfprotokolle.
  • Mitarbeiterschutz: Minimierung des Stromschlag-Risikos durch beschädigte Kabel oder Defekte.

1. Welche Geräte müssen im Außendienst geprüft werden?

Im Außendienst fallen fast alle elektrischen Geräte unter die Kategorie der ortsveränderlichen Betriebsmittel. Dazu gehören:

  • Elektrowerkzeuge (Bohrhämmer, Akkuschrauber-Ladegeräte, Winkelschleifer).
  • Mobile IT-Ausstattung (Laptops, mobile Drucker, Tablets).
  • Verlängerungskabel und Kabeltrommeln.
  • Ladeequipment für Elektro- und Hybridfahrzeuge.

2. Wie oft muss die DGUV V3 Prüfung für mobile Geräte erfolgen?

Die Prüffristen werden individuell per Gefährdungsbeurteilung festgelegt. Da Geräte im Außendienst oft höheren mechanischen Belastungen, Witterungseinflüssen oder Staub ausgesetzt sind, gelten hier meist kürzere Intervalle als im Büro:

  1. Baustellen: In der Regel alle 3 bis 6 Monate.
  2. Service/Handwerk: Häufig ein jährliches Intervall (12 Monate).
  3. Büroähnliche Nutzung: Bis zu 24 Monate möglich, im Außendienst jedoch selten empfohlen.

3. Wie läuft die Prüfung vor Ort effizient ab?

Damit der Außendienst nicht stillsteht, muss die Prüfung optimal in den Arbeitsalltag integriert werden. Ein erfahrener Prüfdienstleister führt die Schritte Sichtprüfung, Messung und Funktionsprüfung direkt am Einsatzort oder bei Sammelterminen im Depot durch.

  • Sichtprüfung: Check auf äußere Schäden an Gehäuse und Leitungen.
  • Messung: Prüfung von Schutzleiterwiderstand und Isolationswiderstand.
  • Funktionsprüfung: Test der ordnungsgemäßen Arbeitsweise.
  • Dokumentation: Erstellung eines rechtssicheren Protokolls pro Gerät.

Effiziente Organisation durch digitale Prozesse

Die Koordination von Terminen im Außendienst ist komplex. Moderne Field Service Management Software hilft dabei, Prüftermine automatisch zu planen und die Ergebnisse direkt digital zu erfassen. So behalten Sie den Überblick über fällige Prüfungen, ohne dass der operative Betrieb leidet.

FAQ

  • Sind auch privat mitgebrachte Geräte im Außendienst prüfpflichtig?
    Ja, sobald diese gewerblich genutzt werden, ist der Arbeitgeber für deren Sicherheit verantwortlich.
  • Darf jeder Elektriker die DGUV V3 Prüfung durchführen?
    Nein, die Prüfung darf nur von einer „befähigten Person“ mit entsprechender Fachkunde und Kalibrierung der Messgeräte durchgeführt werden.
  • Reicht eine einfache Sichtprüfung durch den Mitarbeiter aus?
    Nein, eine rechtssichere Prüfung muss messtechnische Nachweise gemäß VDE-Normen enthalten.
  • Was passiert, wenn ein Gerät die Prüfung nicht besteht?
    Das Gerät muss umgehend aus dem Verkehr gezogen, gekennzeichnet und repariert oder entsorgt werden.
  • Müssen auch Akku-Geräte ohne Netzanschluss geprüft werden?
    Nein, die DGUV V3 bezieht sich auf elektrische Spannungen; jedoch müssen die zugehörigen Ladegeräte zwingend geprüft werden.
  • Gibt es Bußgelder bei Nichteinhaltung der Prüffristen?
    Ja, Verstöße gegen die Unfallverhütungsvorschriften können als Ordnungswidrigkeit mit hohen Bußgeldern belegt werden.
  • Wie wird die Prüfung im Außendienst am besten dokumentiert?
    Am besten durch digitale Prüfprotokolle, die dem Gerät (z. B. via Barcode) eindeutig zugeordnet sind.