Jun 19

Wie reduziert man den ökologischen Fußabdruck in der Einsatz- und Tourenplanung?

Gepostet von : Xavier Biseul / Etiketten : , , ,

Wie reduziert man den ökologischen Fußabdruck in der Einsatz- und Tourenplanung?

Digitalisierung, Tourenoptimierung von Technikern, umweltfreundliche Provider … . Es gibt bereits heute mehrere Initiativen, mit denen Serviceunternehmen in der Wartung zum Umweltschutz beitragen können.
 
Immer mehr wissenschaftliche Studien zum Thema Umweltschutz werden veröffentlicht. Leider haben sie alle ähnliche Ergebnisse. Alle bestätigen die Erderwärmung und den Klimawandel. Angesichts der größten Bedrohung des 20. Jahrhunderts sollte jeder eine Anstrengung unternehmen, um den Planeten zu schützen.
 
Unternehmen können im Rahmen ihrer Umweltschutzpolitik zum Umweltschutz beitragen. Die Digitalisierung ist hier eine Hilfe.
 
Vor allem besonders umweltverschmutzende und energieintensive Branchen können durch die neuen Technologien zur Verkleinerung ihres ökologischen Fußabdrucks einsetzen. Dieser positive Kreislauf funktioniert auch für Dienstleister in der Wartung.

Die Null-Papier-Politik

Durch die Digitalisierung der Einsatz- und Tourenplanung kann man sich von allem überflüssigen Papier befreien. Informationen werden nicht mehr in Papierform von Einsatzaufträgen oder Rechnungen ausgetauscht, sondern zu 100% elektronisch zwischen Dienstleister und Kunde ausgetauscht.
 
Das Unternehmen des Kunden wird in Echtzeit über den Fortschritt seiner Einsatzanfrage informiert. Sobald der Einsatz abgeschlossen ist, erhält der Kunde eine zusammenfassende E-Mail, die im Anhang den Einsatzbericht mit elektronischer Unterschrift und Fotos zum Einsatz enthält.
 
Im Rahmen des Services ist kein einziges Papier ausgedruckt worden. Auch der Techniker holt sich alle Informationen wie Einsatzpläne, technische Zeichnungen und andere Gebrauchsanweisungen über sein mobiles Endgerät.

Zeit auf der Straße verringern

Ein weiterer leicht messbarer Vorteil der Digitalisierung ist die Verringerung der von den Technikern gefahrenen Kilometern. Dank der Geolokalisation der Fahrzeuge können die Touren der Techniker optimiert werden, damit sie möglichst wenig Zeit auf der Straße verbringen.
 
Tritt ein Notfall ein, kann der Disponent den nächsten Techniker sofort umdirigieren. Letzterer wird über sein mobiles Endgerät über alle Änderungen seines Planes informiert. So wird verhindert, dass der Techniker unnötige Wege machen muss.
 

Staus umfahren

Mit der Digitalisierung kann man auch gegen Staus vorgehen. Einige Softwareprogramme zur Einsatz- und Tourenplanung, wie die von Praxedo, haben ein natives Navigationstool vom Typ Google Maps, Waze, TomTom oder Apple Plans integriert, die die Techniker mit aktuellen Informationen zur Verkehrslage versorgen.
 
Andere digitale Tools vermeiden physische Fahrten von A nach B komplett. Wenn zum Beispiel ein Techniker ein Problem vor Ort nicht lösen kann, kann er per Videokonferenz einen Experten aus der Zentrale um Rat bitten. Um die Diagnose zu verfeinern, können beide einen Bildschirm teilen, auf dem sie Fotos, Grafiken und Kommentare eintragen können.
 
Eine gute Software zur Einsatz- und Tourenplanung sollte auch ein Modul für Sofortnachrichten enthalten, mit der die Mitarbeiter sich über Entfernung austauschen können. Das ist deutlich energiesparender als der Versand zahlreicher E-Mails.
 
Falls ein Ersatzteil fehlt, lokalisiert der Techniker über sein Smartphone das nächste Lager. In der Zukunft könnte er sich das Teil vielleicht sogar direkt vor Ort per 3D-Druck „ausdrucken“.

Die Cloud, eine gemeinsame Infrastruktur

Die zunehmende Mobilität ist durch die Entwicklung der Cloud möglich geworden. Aber das ist nicht der einzige Vorteil der „Wolke“. Unternehmen sind jetzt von der Aufgabe befreit, sich um die in ihren Räumen installierten Server zu kümmern. Wartung, Updates, Reparatur alles entfällt bei der Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur eines Cloud-Providers.
 
Einige Provider engagieren sich für grüne IT. Der Provider von Praxedo, OVH, hat sich der Energieeinsparung verschrieben. Durch die Abschaffung elektrischer Klimaanlagen konnte OVH den Energieverbrauch seiner Datenzentren bereits um 50% senken. Der größte europäische Provider hat dafür ein Kühlsystem entwickelt, dass die kühlenden Eigenschaften von Wasser nutzt.
 
Dieses Watercooling bewirkt, dass das gekühlte Wasser nahezu 70% der von den Servern abgestrahlte Hitze aufnimmt. Die verbleibenden 30% werden von der natürlichen Lüftung des Gebäudes verteilt.
 
Mit der Cloud können Unternehmen Ihre fest installierten Arbeitsplätze durch tragbare Computer oder Tabletts ersetzen, die weniger Energie verbrauchen. In der Vergangenheit musste eine Software zur Einsatz- und Tourenplanung auf jedem PC oder Mac installiert werden und blockierte dessen Ressourcen. Mit SaaS kommt „Intelligenz“ in die Cloud und braucht weniger Ressourcen des Endgeräts.
 

Byod verringert die Anzahl von Endgeräten

Mit Byod (Bring your own device) ist es sogar möglich, die Anzahl der Geräte insgesamt zu verringern. Wenn ein Techniker sein eigenes Gerät benutzt, muss er nicht mehr zwischen dem persönlichen und dem geschäftlichen Gerät hin und her wechseln. Er muss nur noch daran denken, ein Gerät aufzuladen. Auch hier wird wieder Strom gespart.
 
Nach einer Studie der französischen NGO France Nature Environnement enthält ein Smartphone bis zu 50 unterschiedliche Metalle, die nur schwer zu recyceln sind. Die Entfernung dieser Stoffe führt zu Umweltverschmutzung, vor allem bei den berühmten seltenen Erden. Es ist also Zeit, die Zahl von High-Tech-Gadgets zu beschränken.

Elektronische Abfälle wiederverwerten

Ein Dienstleister in der Wartung kann seine elektrischen und elektronischen Abfälle (defekte Ersatzteile oder kaputte Materialien) verwerten, indem er einen Recyclingkreislauf schafft.
 
Laut der europäischen Direktiven 2002/96/CE und 2003/108/CE sind Unternehmen für ihre Abfälle verantwortlich, wenn die Produkte aus denen sie entstanden sind vor dem 13. August 2005 auf den Markt gebracht wurden. Nach diesem Datum sind die Hersteller für sie verantwortlich.

Den informatischen Code optimieren

Schließlich kann auch die Konzipierung einer Software zur Einsatz- und Tourenplanung umweltfreundlich sein. Die Optimierung des informatischen Codes kann dazu beitragen, Webanfragen zu verringern und dadurch nicht nur den Internetverkehr, sondern auch die Nutzung anderer Ressourcen (Arbeitsspeicher, Speicherplatz), die für die Ausführung des Codes nötig sind.
 
Das französische Startup Greenspector ist auf die umweltfreundliche Gestaltung von Software spezialisiert. Greenspector hat gerade die mobilen Apps großer Medienunternehmen nach ihrem Energieverbrauch klassifiziert. Danach verbraucht man beim Lesen eines Artikels im Parisien auf seinem Smartphone genauso viel Energie wie beim Lesen von drei Artikeln des Les Echos. Abgesehen von der Qualität des Codes nennt Greenspector auch die unangebrachte Nutzung der Geolokalisation, von Videos, von Werbungen oder Benachrichtigungen.
 

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Zum Autor

Xavier Biseul ist unabhängiger Journalist. Seine Fachgebiete sind die neuen Technologien und die digitale Transformation von Unternehmen. Er arbeitet mit zahlreichen Print- und Onlinemedien zusammen.

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