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Ein Handwerks-Disponent plant Einsätze am PC mit einer digitalen Plantafel, während ein Techniker im Hintergrund einen Auftrag auf dem Tablet prüft.
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Auftragsplaner im Fachkräftemangel: Wie Handwerksbetriebe 2026 mit bestehendem Team mehr schaffen

14. Oktober 2026
5 Min Lesedauer

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Auftragslage im Handwerk ist gut, das Personal bleibt knapp.
  • Rund 250.000 Stellen im Handwerk sind aktuell unbesetzt.
  • Der Engpass trifft zunehmend den Mittelstand, nicht mehr nur Kleinstbetriebe.
  • Ein Auftragsplaner schafft Kapazität, ohne dass neues Personal nötig wird.

Volle Auftragsbücher, knappes Personal?

Handwerksbetriebe stehen 2026 vor einem Widerspruch. Die Nachfrage ist hoch, die Auftragsbücher sind voll. Trotzdem können viele Betriebe nicht liefern. Der Grund liegt nicht im Umsatz, sondern in der Kapazität.

Die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit führt Bau- und Handwerksberufe weiterhin als Engpassberufe. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks beziffert die Lücke auf rund 250.000 offene Stellen. Besonders deutlich wird das Problem beim Nachwuchs: Allein 125.000 Betriebsnachfolgen stehen in den nächsten fünf Jahren an.

Früher traf dieser Mangel vor allem kleine Betriebe. Der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 zeigt, dass sich das ändert: Bei Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitenden melden über 40 Prozent Probleme bei der Stellenbesetzung. Der Engpass verlagert sich in den Mittelstand – also genau dorthin, wo Service- und Kundendienstabteilungen täglich Aufträge verteilen müssen. Dr. Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, bringt es auf den Punkt: „Die vermeintliche Entspannung beim Fachkräftemangel ist trügerisch.“ Der Grund: Die sinkende Zahl ist konjunkturbedingt, denn 36 Prozent der Unternehmen melden weiterhin Stellenbesetzungsprobleme, und die demografische Entwicklung verschärft diese Lücke weiter.

Wer also nicht mehr qualifiziertes Personal findet, muss das vorhandene Team besser einsetzen. Genau da setzt ein Auftragsplaner an.

Was leistet ein Auftragsplaner konkret?

Ein Auftragsplaner ordnet eingehende Aufträge systematisch den verfügbaren Technikern zu. Er berücksichtigt Qualifikation, Standort und freie Kapazität gleichzeitig. Das klingt simpel, ersetzt aber einen Prozess, der in vielen Betrieben noch auf Zuruf oder in Excel-Listen läuft.

Drei Effekte stehen dabei im Vordergrund:

  • Priorisierung nach Dringlichkeit und Kompetenz

Nicht jeder Auftrag ist gleich wichtig, und nicht jeder Techniker eignet sich für jeden Einsatz. Ein Auftragsplaner macht diese Zuordnung nachvollziehbar statt vom Bauchgefühl abhängig.

  • Weniger Leerlauf durch bessere Auslastung

Wenn Kapazitäten sichtbar sind, verteilt sich die Auslastung automatisch gleichmäßiger. Engpässe und Leerlauf kommen gleichermaßen seltener vor.

  • Schnellere Entscheidungen im Tagesgeschäft

Disponenten verbringen weniger Zeit mit manueller Abstimmung. Die gewonnene Zeit fließt zurück in die eigentliche Planung.

Ein Beispiel: Wie spart man sich wochenlange Wartezeiten?

Der Großküchentechnik-Anbieter Lacher aus Darmstadt zeigt, was ein Auftragsplaner in der Praxis bewirkt. Vor der Umstellung auf Praxedo dauerte die Bearbeitung eines Auftrags von der Ausführung bis zur Abrechnung mehrere Wochen. Heute ist der gesamte Vorgang innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen.

Die Einführung selbst war unkompliziert: Lacher integrierte die Software inklusive Vollanbindung an das bestehende ERP-System innerhalb von drei Wochen. CIO und Prokurist Thilo Jörg beschreibt den Effekt so:

„Die Software ist ein wichtiges Werkzeug, um die Effizienz zu erhöhen und unsere Spezialisten optimal einzusetzen. Zudem ermöglicht sie eine hohe Transparenz dem Kunden gegenüber und beschleunigt die Fakturierung.“

Ein Nebeneffekt, der im aktuellen Marktumfeld an Gewicht gewinnt: Digitale, klar strukturierte Auftragsabwicklung wird für Fachkräfte selbst zum Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Wer moderne Werkzeuge bietet, hat im Wettbewerb um Personal einen Vorteil.

Wie geht es vom Auftragsplaner zum vollen System weiter?

Ein Auftragsplaner löst den ersten Teil des Kapazitätsproblems: die Frage, wer welchen Auftrag übernimmt. Damit ist aber noch nicht geklärt, wie viel Zeit Techniker zwischen den Einsätzen verlieren. Wie sich diese Zeit gezielt reduzieren lässt, zeigt der nächste Beitrag dieser Serie: Tourenplanung als zweiter Hebel gegen den Fachkräftemangel.

FAQ: Auftragsplaner

  1. Was ist ein Auftragsplaner und wofür wird er eingesetzt?
    Ein Auftragsplaner ist eine Software, die eingehende Aufträge automatisch den passenden Technikern zuweist. Sie berücksichtigt dabei Qualifikation, Standort und aktuelle Auslastung.
  2. Wie kann mich Praxedo bei der Auftragsplanung unterstützen?
    Praxedo ordnet Aufträge automatisiert den passenden Technikern zu und zeigt Auslastung in Echtzeit. Die Einführung gelingt, wie das Beispiel Lacher zeigt, auch in wenigen Wochen.
  3. Kann man mit weniger Personal mehr Aufträge abwickeln, ohne Qualität zu verlieren?
    Ja, solange die Zuordnung nach Qualifikation erfolgt und Leerlauf ausbleibt. Qualität leidet vor allem bei zufälliger, nicht bei systematischer Verteilung.
  4. Ab welcher Technikerzahl lohnt sich ein Auftragsplaner?
    Bereits kleine Teams profitieren und der Effekt wächst mit der Teamgröße. Besonders deutlich wird der Nutzen ab etwa zehn Technikern, wenn die Zuordnung per Zuruf oder Excel-Liste unübersichtlich wird.
  5. Was unterscheidet einen digitalen Auftragsplaner von einer Excel-Liste?
    Eine Excel-Liste zeigt den aktuellen Stand, ein digitaler Auftragsplaner reagiert in Echtzeit auf Änderungen.
  6. Wie hilft ein Auftragsplaner gegen den Fachkräftemangel im Handwerk?
    Er macht vorhandene Kapazität sichtbar und nutzbar, statt zusätzliches Personal vorauszusetzen. Betriebe schaffen damit mehr Aufträge mit demselben Team.
  7. Funktioniert die Auftragsplanung mit Praxedo auch offline im Außendienst?
    Ja, die mobile Anwendung speichert Daten lokal und synchronisiert sie, sobald wieder eine Verbindung besteht.

Sophia Gies