Feb 25

Wie man für die Sicherheit von Wartungstechnikern sorgt

Gepostet von : Xavier Biseul / Etiketten : , ,

Wie man für die Sicherheit von Wartungstechnikern sorgt

Im Rahmen seiner beruflichen Aktivitäten setzt sich ein Wartungstechniker einem großen Risiko aus. Das Auslagern von Wartungseinsätzen macht es noch schwieriger, die Sicherheit von Technikern zu gewährleisten. Wie sollte ein Sicherheitsplan aussehen? Einige Antworten.
 
Ist der Beruf des Wartungstechnikers ein Hoch-Risiko-Beruf? Nach Zahlen, die die französische Vereinigung der Wartungsberufevorgelegt hat, treten in diesem Bereich berufsbedingte Krankheiten 8 bis 10 Mal häufiger auf als beim Rest der Bevölkerung. Außerdem beträgt die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit nach Unfällen 53 Tage, gegenüber nur 12 Tagen im nationalen Durchschnitt.
 
Unfall, Explosion, elektrischer Schlag, Vergiftung, Strahlung, Fall …. Die Risiken sind zahlreich und vielförmig. Ein Wartungstechniker ist oft in Kontakt mit Geräten, die unter Spannung oder unter Druck stehen. Teile sind manchmal sehr schwierig zu fassen und der Zugang beim Auseinanderbauen und Wiederzusammensetzen ist oft nicht einfach. Es ist auch möglich, dass der Techniker an schwer zugänglichen oder schlecht beleuchteten Orten tätig werden muss.
 
Das häufige Wiederholen gleicher Handgriffe kann beim Wartungstechniker zu Muskel- und Skeletterkrankungen führen. Zudem ist der Techniker einem hohen Stress ausgesetzt. Oft sieht er sich mit unliebsamen Überraschungen oder Notfällen konfrontiert. Dazu kommen ein vollgepackter Einsatzplan und gegebenenfalls Nachtschichten oder Wochenendarbeit. Das alles kann psychosoziale Störungen verursachen.
 
Die zunehmende Auslagerung der Wartung verschärft die Risiken noch zusätzlich. Die Techniker kennen weder die Einsatzorte und noch die dort geltenden Sicherheitsbedingungen. Hinzu kommt, dass die Kommunikation zwischen dem Auftraggeber und dem Dienstleister oft mangelhaft ist. Oft entdeckt der Wartungstechniker den Umfang der Panne und die damit verbundenen Risiken erst vor Ort. Es kann auch passieren, dass das Produktionsteam des Kunden nicht über die Anwesenheit des Wartungstechnikers informiert ist und versehentlich ein Gerät zum Laufen bringt, an dem der Techniker gerade arbeitet.

Die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Dienstleister verbessern

Eine Software zur Einsatz- und Tourenplanung wie die von Praxedo ermöglicht nicht nur eine permanente Kommunikation zwischen allen Beteiligten, sondern auch die Sicherheitsvorschriften für jeden Einsatzort direkt an das Smartphone des Technikers zu schicken.
 
Der Wartungsvertrag enthält unter anderem den Typ der durchzuführenden Einsätze und zu ergreifender Sicherheitsmaßnahmen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass ein Wartungstechniker immer von einem Mitarbeiter des Kunden begleitet werden muss.
 
Der Auftraggeber kann verpflichtet sein, ausreichend Schutzkleidung (Anzüge, Handschuhe, Sicherheitsschuhe, Brillen usw.) in passenden Größen zur Verfügung zu stellen, damit die Wartungstechniker vor Ort sicher arbeiten können.

Präventive oder korrektive Wartung

Natürlich unterscheiden sich die Risiken bei präventiven und korrektiven Wartungseinsätzen. Im ersten Fall ist der Einsatz geplant und vorbereitet. Die Sicherheitsmaßnahmen sind genormt und stellen sicher, dass die Risiken minimiert werden.
 
Im zweiten Fall trifft die Einsatzanfrage unerwartet ein. Die Sicherheitsmaßnahmen müssen an den spezifischen Kontext des Defektes und des zu wartenden Gerätes angepasst werden. Das macht eine intensive Kommunikation zwischen Auftraggeber und Wartungsdienstleister unerlässlich.

Einen Präventivplan erstellen

Auch wenn die Sicherheit eine gemeinsame Aufgabe von Dienstleister und Auftraggeber ist, kann sich letzterer nicht seiner Verantwortung entziehen. Wenn Wartungseinsätze wiederholt durchgeführt werden müssen und als gefährlich eingestuft sind, schreibt ihm der Gesetzgeber vor, einen Präventivplan auf Grundlage der Bewertung der Risiken zu erstellen.
 
Auf seiner Internetseite beschreibt Afim mehrere Tools und Maßnahmen, um Risiken zu minimieren. So findet man dort die Methode Securafim, die die Vereinigung in Zusammenarbeit mit dem nationalen Forschungsinstitut für Sicherheit (INRS) entwickelt hat. Securafim verspricht, die Anzahl von Unfällen bei der Wartung zu halbieren.
 
Afim hat ebenfalls einen Ratgeber für Wartungsdienstleister veröffentlicht, die an Industriestandorten mit hohem Risiko arbeiten. Er kombiniert bereits vorhandene Ratgeber und enthält einen Fragbogen zur Selbstevaluation sowie ein Management-Tools zur Organisation (SST: Santé et sécurité au travail, auf Deutsch: Gesundheit und Sicherheit auf der Arbeit)
 

Eine Software zur Evaluation von Risiken

Afim wirbt auch für die Software PARI Maintenance (= PARI Wartung). PARI steht für Programm zur Analyse von Risikien bei Wartungseinsätzen. Diese Software dient zur Analyse und Vorhersage von Risiken bei Wartungseinsätzen. Sie analysiert nicht nur Risiken, sondern erstellt auch Einsatz- und Präventivpläne und überwacht die definierten Präventivmaßnahmen. Dieses einzigartige Dokument muss ständig aktualisiert und bereichert werden. PARI Wartung ermöglicht es auch, die Kapazität eines Dienstleisters zu beurteilen, Einsätze in Sicherheit durchzuführen.
 
Die europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheit auf der Arbeit fördert die Mitarbeit von Angestellten, um Sicherheit und Gesundheit auf der Arbeit zu verbessern, da genau sie die beste Vorstellung von den Risiken haben, denen sie täglich begegnen. Die Agentur hat ebenfalls einen Ratgeber veröffentlicht.
 
Die INRS hat ihrerseits ein praktisches Formular online gestellt, das einige Grundlagen enthält, um Arbeitgeber dabei zu unterstützen, die Risikoprävention bei Wartungseinsätzen zu verbessern.
 
Die Krankenversicherung hat Dokumente zu den Themen Wartungseinsätze durch ein externes Unternehmen und Organisation von Wartungsarbeiten im Rohrnetz an Anlagen der Chemie- und Petrochemie.

Die sicherere Fabrik der Zukunft

Im Rahmen des Konzeptes Fabrik der Zukunft können die neuen Technologien und hier vor allem das Internet der Dinge (IoT) die Sicherheit bedeutend verbessern. Eine Vielzahl von Sensoren misst kontinuierlich Druck, Vibrationen, Temperatur und Feuchtigkeit. Die Analyse dieser Daten ermöglicht es, einen schwerwiegenden Unfall vorherzusehen. Zudem ist die die Fabrik der Zukunft mit verbundenen Detektoren ausgestattet, die im Fall eines Feuers oder eines Gas- oder Wasserlecks sofort Alarm schlagen.
 
Die künstliche Intelligenz (KI) kann sich in die Steuerung der Überwachung einklinken und Entscheidungshilfen liefern, indem sie verschiedene Alarmsignale sortiert. Sie filtert falsche Alarme aus und präsentiert dem Entscheider die dringendsten Fälle. Je nach Konfigurierung kann die KI im autonomen oder halbautonomen Modus eine gewisse Anzahl von Aktionen automatisch auslösen und so wertvolle Sekunden gewinnen.
 

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Zum Autor

Xavier Biseul ist unabhängiger Journalist. Seine Fachgebiete sind die neuen Technologien und die digitale Transformation von Unternehmen. Er arbeitet mit zahlreichen Print- und Onlinemedien zusammen.

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